Codeknacker: Sinn und Unsinn der Lesbarkeit – 2025
Decodierung als individuelle Wahrnehmung – inspiriert von der individuellen Lesart künstlerischer Arbeiten.
Um Informationen in Form von Texten, Zeichen, Gesten und vieles mehr zu verfassen oder zu lesen, müssen spezielle Codes erlernt werden. Dieses Wissen benötigen wir, um im gesellschaftlichen
Kontext zu überleben.
Zwar können wir Informationen lesen, deren Decodierung wir beherrschen, doch nicht alles wird dadurch auch verstanden – oder wir glauben, es nicht zu verstehen, weil wir darin keinen Sinn
erkennen. Jede*r geht damit unterschiedlich um: Manche fühlen sich überfordert und ziehen sich zurück, andere reagieren mit Frustration oder Wut, wenn etwas unverständlich bleibt.
In meiner Arbeit dekonstruiere ich Textmaterial und setze es neu zusammen – lesbar, jedoch vermeintlich inhaltslos. Die Decodierung erfolgt individuell, intuitiv als auch assoziativ – denn
erlerntes Wissen lässt sich nicht einfach ausblenden.
Material und Prozess:
Material: T-Shirts / Taschen / diverse textile Materialien mit Textelementen (gedruckt, gewebt …)
Technik: Dekonstruktion – zerschneiden, reißen, … Zusammenfügung – nähen
Scannen – offener Deckel, händisch verschieben und/oder zusammenziehen, mehrere Positionen
Animation: Scanns, Stop-Motion
Windpotenzialkataster, Wien
Animiertes GIF, Videoaufnahmen, digitale Beschriftung, 1080 x 1920 px
Serie, Beginn Mai 2020
Ein Blick in die Wind-Statistik zeigt, dass im Süden und Osten des Stadtgebiets nur jeder 10. Tag windstill ist. Im Norden und Westen der Stadt finden sich gar nur 3 bis 4 windstille Tage im Jahr. (wetter-wien.wien)
Der Windpotenzialkataster ist ein praktisches Hilfsmittel, um das Windpotenzial an einem Standort schnell zu erkennen und anzuzeigen. Der Windpotenzialkataster dient einer ersten Übersicht über die Bedingungen zur Windnutzung am gewählten Standort. (wien.gv.at)
In Wien nehme ich windbedingte Bewegungen, an verschiedenen Standorten war. Ich registriere und zeichne sie auf. An Hand dieser Aufnahmen bestimme ich das Windpotenzial einer Bewegung. Das Potenzial, ist keine messbare Größe. Es ergibt sich durch eine auszeichnende Bewertung der Situation. Meine Erforschung des Windpotenzials in Wien ist eine subjektive Auswertung und spiegelt nicht das tatsächliche Ausmaß der Windnutzung für Gedankenspiele und Arbeitsprozesse wider.
Wortfetzen, 2021
digitale Collage/animiertes gif
loop, 1080 x 1920 px, Serie, 3 Arbeiten („Oh“, „Auf gehts“, „Beethoven“)
„Wortfetzen“ sind Prosagedichte, die durch die Kombination von Bild, Text und Rhythmus visualisiert werden. Sie rezitieren sich selbst in einer Endlosschleife. Die Gedichte präsentieren sich ohne
Ton. Bei einigen Arbeiten müssen sich die Betrachter*innen auf mehrstimmiges Lesen einstellen.
Umwelteinflüsse, Passanten oder Zufall hinterlassen Fragmente von Ankündigungen im öffentlichen Raum. Sie erwecken meine Aufmerksamkeit und ich halte sie in einem zufälligen Moment des Zerfalls
fest. Diese Momentaufnahmen sind die Grundlage zur Visualisierung meiner Gedichte und der Bewegung, mit der ich einen Leserhythmus vorgebe.
“BEETHOVEN”
GANZ WIEN
BEETHOVEN
GANZ WIEN
FEIERT MIT
GANZ WIEN
FEIERT MIT
BEETHOVEN
FEIERT MIT
GANZ WIEN
FEIERT MIT
GANZ WIEN
FEIERT MIT
BEETHOVEN
„Auf gehts“
Auf gehts Wiener Jungs
ON
Auf gehts Wiener Jungs
ON, ON, ON, ON, ON
Stimme 1
Auf gehts Wiener Jungs
Stimme 2
ON